Der Anlass für die Seite Obernbergersee-in-Gefahr

LETZTES UPDATE DER HOMEPAGE: 29.07.2014 (OBERNBERGERSEE IN DEN MEDIEN)

29.07.2014:
Tiroler Tageszeitung: “Obernberger Projekt gestoppt”

17.07.2013 ORF:
“Felipe verspricht faires Verfahren”

04.07.2013 UMWELTANWALTSCHAFT LEGT BERUFUNG EIN:
[...Die Umweltanwaltschaft geht davon aus, dass das neue Projekt nicht in Einklang mit den Schutzzielen und -inhalten des Landschaftsschutzgebietes und Naturdenkmales gebracht werden kann...]
Berufung der Umweltanwaltschaft

26.06.2013 NEUIGKEITEN:
POSITIVER BESCHEID LIEGT VOR!!

11.09.2012 Obernberger See:
„…im Zuge der Bauverhandlung findet am Donnerstag 20.09. eine Erörterung der Gutachten statt!…”

Donnerstag 20.09.2012 / 08:30 UHR
Gemeindesaal Obernberg

28.02.2012 Obernberger See:
Verhandlung vertagt”Die Bau- und gewerberechtliche Verhandlung zum Hotel-Projekt am Obernbergersee ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Die Amtssachverständige der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck Land hat ein geologisches Ergänzungsgutachten eingefordert.”

http://tirol.orf.at/news/stories/2522792/

STARKES INTERESSE DER MEDIEN:

Wie dem Proponentenkomitee mitgeteilt wurde werden sowohl Gegner des REFUGIA-projektes als auch Medienvertreter von Zeitungen und Fersehen (ORF) für die Bauverhandlung in Obernberg erwartet – DIENSTAG 28.02 / 8:30 – vielleicht die LETZTE CHANGE für den Obernberger See!

obernberger see – LETZTE CHANCE?!

info feb 2012

Viele glauben, dass das REFUGIA in Obernberg schon abgesagt ist – deshalb informiert das Proponentenkomitee „obernbergersee-in-gefahr“ :

1. aktuelle information und argumente

1.1. ABLEHNUNG EINES VORSCHLAGES

Wettbewerbskonsulent Noldin von der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg und Architekt Lorenz haben dem Bürgermeister der Gemeinde Obernberg vorgeschlagen, im Rahmen eines Wettbewerbs Ideen für die künftige Nutzung des Areals zu gewinnen. Leider hat der Gemeinderat der Gemeinde Obernberg in seiner Sitzung vom 30.1.2012 die Abhaltung eines solchen Wettbewerbs abgelehnt. Die Wettbewerbsaufgabe wäre darin bestanden, auf der Basis des Umfanges der bisherigen Nutzung – Gasthaus und Unterkunft – Perspektiven einer künftigen Nutzung zu entwickeln und in der Entfaltung der entsprechenden Ideen und Vorschläge eine den konkreten Gegebenheiten und der Einzigartigkeit des Ortes angemessene Lösungsansätze zu finden. Das Ziel eines solchen Wettbewerbs wäre es, zu einer zeitgemäßen, schlichten Architektur zu finden, die zugleich auf die Gegebenheiten des Raumes und der Natur in einer zurückhaltenden Weise antwortet. Leider wurde der Vorschlag abgelehnt und darauf verwiesen, dass das gegenständliche Projekt umgesetzt werden solle, solange es gesetzlich zulässig sei.

1.2. BEHÖRDENVERHANDLUNG

Nach Vornahme eines Ermittlungsverfahrens findet nun die mündliche Verhandlung in den entsprechenden Bewilligungsverfahren statt. Dabei besteht die Möglichkeit für die Parteien des Verfahrens die entsprechenden Einwendungen zu erheben, die Sachverständigen zu befragen und weiteres Vorbringen zu erstatten. Einer solchen Verhandlung sollen zugleich die entsprechenden Sachverständigen beigezogen werden. Die Abhaltung der Verhandlung stellt einen Verfahrensschritt dar, der im Gesetz vorgesehen ist und dazu dient, die entsprechende Parteienöffentlichkeit sicherzustellen. Mit der Abhaltung der Verhandlung ist eine Aussage über die Zulässigkeit des Vorhabens nicht verbunden.

1.3. RAHMENBEDINGUNGEN DES VERFAHRENS – DENKANSTÖSSE

  • Das Land Tirol hat sich für alle seine Einheiten, zu denen die Gemeinden gehören, in der Landesordnung, also der Verfassung des Landes Tirol, dazu bekannt, für den Schutz und die Pflege der Umwelt, besonders die Bewahrung der Natur und der Landschaft vor nachteiligen Veränderungen, zu sorgen.
  • Nach dem Urteil befasster Fachleute (LandesgeologInnen, ArchitektInnen, Touristikfachleute, befasste kritische Öffentlichkeit) fügt sich „REFUGIA“ in keiner Weise in die einzigartige Umgebung des Obernberger Sees ein. Dafür liegen unzählige fachliche und sachliche Gründe vor.
  • Kritische Planungsprozesse in einer Demokratie, die über die engen Grenzen einer Gemeinde hinaus gehen, erfordern nach der heute gängigen und modernen demokratietheoretischen Auffassung einer qualifizierten Bürgerbeteiligung mit dem Sinn, das allgemeine Beste zu fördern und nach Kräften die schützenswerte Umgebung und Umwelt zu bewahren, wozu einzigartige Naturdenkmäler gehören.
  • Die letztliche Verweigerung des sachlichen Diskurses durch die befassten politischen Entscheidungsgremien erscheint nicht nachvollziehbar und stimmt bedenklich.
  • Demokratie bedeutet vor allem Gestaltung: Die möglichen Instrumente dafür gibt es: sie sind Gegenstand der Raumordnung. Zu den angesprochenen Verfahren zählt unter anderem die Durchführung von Wettbewerben, die Installation von Beiräten (wie etwa in Südtirol).
  • Die aufgeklärte moderne Zivilgesellschaft in ihrer vernetzten Struktur legt besonderen Wert darauf, dass auf komplexe Sachverhalte in ebensolchen komplexen Entscheidungsstrukturen im Rahmen rechtsstaatlicher Verfahren geantwortet wird. Es scheint an der Zeit, dass mit den Ressourcen, zu denen die unberührte Natur in einer erstrangigen Weise gehört, sorgfältig und behutsam umgegangen wird.
  • Daher kann man einen planungsrechtlich komplexen Sachverhalt wie die Verbauung des Oberberger Sees nicht ohne diese gebotene Vernetzung der Standpunkte und der abzuwägenden Rechtsgüter sehen.
  • Fachliche Bedenken, die bereits geäußert worden sind, stellen keine Formalien dar. Gerade im Falle einer Rechtsgüterabwägung, wie sie hier vorzunehmen ist, kommt ihnen besondere Bedeutung zu.
  • Vor allem erscheinen hier Schutzgüter betroffen, die in ihrer Einmaligkeit nicht nur subjektiven Seltenheitswert haben, sondern deren Gefährdung, Beschädigung oder gar Zerstörung zu unwiederbringlichen Eingriffen in Flora und Fauna führen würde. Das gilt auch für die Gefährdung des Obernberger Sees.
  • Die Schutzgüter, von denen hier die Rede ist, haben zugleich einen einzigartigen Wert für die Wiedererkennbarkeit des ganzen Landes und sein Profil: es heißt auch, sich ohne Not dieses Kapitals zu begeben, wenn nicht die beste Lösung, sondern eine nur mögliche Lösung für die Lösung einer so komplexen Planungsaufgabe gesucht wird.
  • Die Architekten haben konkrete Alternativen und Vorschläge entwickelt:

a) WETTBEWERB die Abhaltung eines anonymen, mit bestgeeigneten Kollegen und Juroren besetzten geladenen Wettbewerbes unter der Leitung des Auslobers, der Gemeinde, der Architektenkammer mit eventueller Unterstützung des Landes Tirol.

b) TALSTUDIE die Entwicklung einer umfassenden, beispielgebenden Talstudie für das Obernbergtal in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde als interdisziplinäre, raumordnerische und ortsplanerische Entwicklung: „Vision eines Tiroler Seitentales für die Zukunft“, Beispiele dafür vor allem in der Schweiz.

c) BEIRAT eine sofortige Installierung eines Beirates für „Bauen in sensibler Natur“ wie er in Südtirol schon seit vielen Jahren besteht. Er kann heute noch beschlossen, mit den besten Fachleuten besetzt und versuchsweise bereits für dieses Projekt in Obernberg eingesetzt werden.

1.4. Zusammenfassung

Es ist wirklich kaum zu glauben, dass NUN tatsächlich an einem der schönsten Orte Europas eines der denkbar ungeeignetsten Projekte Europas ENTSTEHEN soll. Kein einziger qualifizierter Fachmann in Tirol, Österreich, Europa kann zu dieser REFUGIA-Planung eine positive Einschätzung abgeben. Jeder weiß, dass das Eingraben der Öltanks nur eine raffinierte Umgehung der Dichteberechnung lt. TBO ist – eine bedauerliche Lücke in der Gesetzgebung. Das derzeit im Verfahren befindliche Projekt ist das extreme Gegenteil von einer vieldiskutierten, alpinen Baukultur. Nie in der Geschichte des Landes hat es einen vergleichbaren Affront einer derartigen Fehlleistung in einem Naturparadies gegeben. Es ist nicht nachvollziehbar, warum der Grundeigentümer auf seinem Grund so verantwortungslos agieren kann, wenn er andererseits über die Wichtigkeit einer hohen Qualität von der Öffentlichkeit informiert wird und ihm auch Alternativen angeboten werden, die vor allem ihm zugute kommen würden.

In keinem unserer Nachbarländer wäre ein solches Vorhaben realisierbar – weder in Vorarlberg, Salzburg, noch in Südtirol, in Bayern und Graubünden.

Wir fordern in einem zivilisierten Kulturland entsprechende Vorgangsweise unter Berücksichtigung der vielen fachlichen Argumente und Aspekte.

2. WEITERE INFORMATIONEN

2.1. INFORMATION WEBSITE

Die Information über die Bauverhandlung etc. ist auf der Website

www.obernbergersee-in-gefahr.at enthalten.

2.2. 10 INSTITUTIONEN

Folgende Organisationen schließen sich dem Widerstand gegen das Hotelprojekt an und sind aufgefordert, ihre Mitglieder rechtzeitig zu informieren und den Protest hörbar zu verstärken.

Kammer der Architekten und Ingenierukonsulenten für Tirol und Vorarlberg
aut. Architektur und Tirol
Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs
Agrargemeinschaft Obernberg
Agrargemeinschaft Padrins
Innsbrucker Fischereigesellschaft
Tiroler Fischereiverband
Österreichischer Alpenverein
Naturfreunde Tirol
WWF – World Wildlife Fund for Nature

2.3. UNTERSCHRIFTENLISTE

Nachdem fast alle UnterstützerInnen der fälschlichen Meinung sind, dass das Projekt abgesagt ist schlafft der Widerstand logischerweise ab. Allerdings wäre es günstig, wenn die UnterstützerInnen den aktuellen Stand erfahren würden und möglichst viele ihren Widerstand wieder aktivieren.

2.4.  KOMMENTARE

In den Kommentaren werden extrem unterschiedliche Stellungnahmen geboten – einige davon sind sehr bemerkenswert und konstruktiv.

Die Obernberger Bevölkerung ist zwiegespalten. Immerhin sind es mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten im Ort, die sich gegen das Projekt aussprechen. Wenn man die „schweigenden, zuwenig couragierten“ GegnerInnen dazurechnet, steht dem einstimmigen Gemeinderat eine klare Mehrheit der Bevölkerung gegenüber….“

Die Betreiberseite versucht die Seite zu unterwandern – teilweise mit sehr durchsichtigen Methoden und fingierten Meldungen.

Das Proponentenkomitee
PAUL BURGSTALLER
DANIEL FÜGENSCHUH
RAINER KÖBERL
PETER LORENZ
THOMAS MOSER
RAINER NOLDIN
HANNO VOGL-FERNHEIM


07. Februar 2012:
ANKÜNDIGUNG: BAUVERHANDLUNG AM 28.2.


13. November 2011:

Wir haben von der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg folgende Pressemitteilung erhalten:
APA-PRESSEMELDUNG der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg (10.11.2010):

(2011-11-10_PA Seehotel Obernbergersee als DOWNLOAD)

Seehotel Obernbergersee: ArchitektInnen bemängeln Planungsqualität des Container-Projekts und fordern Alternativen

Der Vorsitzende der Sektion Architekten in der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg, Hanno Vogl-Fernheim, hat die bisher bekannten Pläne für einen Gasthof mit Beherbergung sowie Betreiber-wohnung am Ufer des Obernberger Sees neuerlich scharf kritisiert. Anlässlich der Diskussionsveranstaltung TT-Forum zu diesem Projekt von Gerhard Stocker in Obernberg hat Vogl-Fernheim Mittwoch Abend vor allem die Pla-nungsqualität dieses Projekts bemängelt. Das Projekt Stockers sieht neben ei-nem Gastronomiebetrieb direkt am Ufer des Sees auch die Errichtung eines Turms sowie in den Berg gebaute Hotelzimmer in Metall-Containern für Na-turbeobachter/innen vor. Nach Ansicht der Architektenkammer ist schwer vorstellbar, dass sich diese Mischung von einerseits Restaurantgästen mit Kin-dern und Familien am Seeufer mit den Ruhe suchenden Naturfans friktionsfrei bewähren kann.

Die Architektenkammer stellt sich nicht prinzipiell gegen einen Neubau bzw. eine Revitalisierung des bestehenden Gasthofs am Obernberger See. Aber ne-ben geologischen Bedenken gegen das Neuprojekt sei außerdem klar, dass der geplante neue Turm samt Gastronomie und Containerhotel in seiner Form ei-nen Fremdkörper in der Landschaft des Obernberger Sees darstelle.

Offenbar ist auch der Betreiber der geplanten Anlage selbst nicht restlos über-zeugt von den vorgesehenen Container-Zimmern, hat er doch bei der Diskus-sion gestern Abend mitgeteilt, daß er es vorziehen wird, sich nicht in einem Container einzuquartieren, sondern natürlich oben im Turm! Ein deutliches Zeugnis davon, daß Herr Stocker von seiner eigenen „Bunker-Konzeption“ of-fensichtlich nicht viel hält.

Die ArchitektInnen wären bereit, Gerhard Stocker bei der Suche nach einem Alternativprojekt fachlich zu unterstützen und regen einen Wettbewerb zur Findung geeigneter Alternativen an. „Es gibt genügend Fachleute im Alpen-raum, die bewiesen haben, dass auch in landschaftlich sensiblen Räumen wie dem Hochgebirge architektonisch durchaus vertretbare Baukörper errichtet werden können“, reicht Hanno Vogl-Fernheim Projektbetreiber Gerhard Stocker die Hand. Ein gutes Beispiel dafür sei das Naturhotel Chesa Valisa, ein touristisches Juwel im Kleinen Walsertal, das saniert und erweitert wurde bzw. eines in Vals in Graubünden. Das dortige Projekt habe auch dazu beige-tragen, dass der Tourismus im Tal sehr belebt wurde. Das zeige, dass gute Ar-chitektur und der damit verbundene Architekturtourismus sehr wohl auch ein ernstzunehmender Faktor zur wirtschaftlichen Belebung von alpinen Regio-nen sein kann, erklärt der Sektionsvorsitzende der Architekten für Tirol und Vorarlberg.

Die Unterstützungserklärungen gegen das Container-Hotel-Projekt am Obern-berger See haben inzwischen die stolze Zahl von 9100 erreicht und darüber wurde der Betreiber Gerhard Stocker beim Diskussionsabend in Obernberg von Architekt Vogl-Fernheim informiert.

Ende APA-PRESSEMELDUNG

05. November 2011:
EINLADUNG zum ÖFFENTLICHEN “TT-Forum” am 09.November 2011!
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe TT-Forum (organisiert von der Tiroler Tageszeitung) wird das umstrittenen Hotelprojekt am Obernberger See öffentlich diskutiert. Beim “TT-Forum” am Mittwoch, 9. November, um 19.30 Uhr in Obernberg prallen die unterschiedlichen Positionen aufeinander. Mit TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern diskutieren vor Publikum Gerhard Stocker, Bürgermeister Roman Grünerbl und Hanno Vogl-Fernheim als Vorsitzender der Sektion Architekten in der Kammer für Architekten und Ingenieurkonsulenten. Wir laden Sie herzlich am “TT-Forum” teilzunehmen.

“TT-Forum” Obernberger See
Mittwoch, 9. November 2011, 19.30 Uhr
Gemeindesaal Obernberg

10. April 2011:
Liebe UnterstützerInnen der Initiative Obernbergersee-in-Gefahr

Es ist erfreulich, daß sich bisher derart viel Menschen für dieses Thema interessieren und mit ihrer Zivilcourage demokratsich für die Erhaltung dieses Naturjuwels eintreten:

heutiger Stand (10.04.2011):
1.121 Unterschriftenlisten (Geschäfte, etc.)
462 Unterschriften Gasthaus OS
4.458 Unterschriften Homepage
2.909 Unterschriften Facebook
8.950 Unterschriften Gesamt

Unser Zwischenergebnis ist noch vor Weihnachten an den Landeshauptmann gegangen, der in seiner Beantwortung den derzeitigen Rechtsweg nicht infrage stellen will.

folgende brisante Information ist in den letzten Tagen an uns herangetragen worden:
  • der Gemeinderat Obernberg hat sich – nach einer neuerlichen Vorstellung des Betreibers – neuerlich einstimmig für das Projekt REFUGIA entschieden!
  • die Bauverhandlung wird in den nächsten Wochen erwartet!
  • der Widerstand wird als “eingeschlafen” angesehen – tatsächlich hat die Verschiebung der Bauverhandlung bei den meisten den Eindruck erweckt, daß das “Projekt nicht mehr aktuell” ist – das Gegenteil ist leider der Fall
  • für einen Erfolg des Widerstandes wird es notwendig sein durch weiteres Sammeln von Unterschriften, Argumenten, Einträgen in den Kommentaren, Ideen, Lösungsvorschläge …zu unterstützen. Ein Erfolg ist aber erst gegeben, wenn es zur endgültigen Absage des laufenden Projektes kommt. Da ein neuer Termin für die Bauverhandlung nun kurz bevor steht, bittet das Personenkomitee nun erneut um das Engagement aller!
  • Widerstand gegen das Projekt alleine erscheint uns aber noch nicht ausreichend: wir sind dabei, Vorschläge zu sammeln für das thema “Zukunft Obernbergtal”.

auf ein gutes Gelingen
Vielen Dank für die Unterstützung!

27. September 2010:
APA-PRESSEMELDUNG (27.09.2010):
Am Ufer des romantischen Obernberger Sees im Tiroler Obernbergtal droht eine kapitale Bausünde. Sie muss unbedingt verhindert werden, betonten die Gegner einmal mehr in der heutigen Pressekonferenz in Innsbruck.
„Es ist fast Zwölf“, sagt Thomas Moser, Vorsitzender der Sektion Architekten der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg bei der heutigen Pressekonferenz. „Fast Zwölf heißt: In zwei Tagen ist die Bauverhandlung “, präzisiert er.

Am 29. September findet in Obernberg im gleichnamigen Seitental des Wipptales die Bauverhandlung zu einem Tourismusprojekt statt, das seit bekannt Werden der Pläne heftig in der Kritik steht.

In unmittelbarer Nähe zum Obernberger See mitten im Landschaftsschutzgebiet Nößlachjoch-Obernberger See–Tribulaune will der Tiroler Unternehmer Gerhard Stocker auf einer Fläche von 3.500 Quadratmetern eine 40-Betten-Tourismusanlage mit Ausflugsgasthof, Wellnesseinrichtungen und Seminarräumlichkeiten errichten. Seit Monaten kämpft die Tiroler Architektenschaft mit zahlreichen Mitstreitern, darunter der Österreichische Alpenverein und die Naturfreunde Tirol, gegen die Umsetzung dieser „kapitalen Bausünde“ in einer der idyllischsten Gegenden Tirols. Besonders sauer stößt den Gegnern auf, dass für dieses „Natur- Refugia Obernberger See“ 14 Stahltanks als Wohneinheiten in die Erde eingelassen werden sollen. Auch das zentrale Haupthaus sei in seiner Dimension viel zu wuchtig. Das Projekt bestehe aus einem „Ballermannturm“ samt „Hobbitland“, sagen die Projekt-Gegner. Über 3.600 Unterschriften wurden bisher via Internet gesammelt (www.obernbergersee-in-gefahr.at) dazu 2.500 Einträge auf Facebook und ca. 500 auf Papier. Bauwerber und Politik zeigen sich vom Gegenwind bisher allerdings wenig beeindruckt.

Bei der heutigen Pressekonferenz haben Vertreter der Sektion Architekten der Kammer und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg, der Zentralvereinigung der ArchitektInnen Tirol, von aut.architektur und tirol, des Personenkomitees der Initiative „obernbergsee-in-gefahr“, des ÖAV und der Naturfreunde Tirol ihre Forderungen noch einmal bekräftigt:

Kein Hotelneubau am Ufer des Obernberger Sees, keine Erschließung für den allgemeinen und hotelbedingten Kraftfahrzeugverkehr.

„Der ländliche Landschaftsraum hat bei uns in Tirol gegenüber Bausünden keinen qualifizierten Schutz“, erklärt Thomas Moser, gerade an so sensiblen Orten wie dem Obernberger See müsse aber unbedingt auf eine gegenüber der Landschaft rücksichtsvolle Bauweise geachtet werden, das Projekt „Natur-Refugia Obernberger See“ erfülle das in keiner Weise. Der seit 1935 unter Naturschutz stehende Obernberger See, ist 1984 Teil des Landschaftsschutzgebiets Nößlachjoch-Obernberger See-Tribulaune und gilt als einmaliges Naturjuwel. Der Bergsee ist seit Jahrzehnten beliebtes Ausflugsziel bei Einheimischen und Gästen. „Eine derartige privatwirtschaftliche Nutzung eines der schönsten Landschaften Europas ist gesellschaftlich nicht akzeptabel. Ein schlichtes ‚Ausflugsgasthaus’ mit ein paar Zimmern und einer guten Küche wird von allen ausnahmslos gutgeheißen“, meint Peter Lorenz, Mitglied des Personenkomitees „obernbergersee-in-gefahr“ und spricht von einer „irreversiblen Disneyfizierung von landschaftlichem Kapital“ und einer „Verhöhnung alter und neuer Baukultur in Tirol“. Die Gegner befürchten zudem, dass das Refugia-Konzept nicht aufgeht, das allgemeine Zufahrtsverbot aufgehoben wird und die Wohntanks letztlich in Zweitwohnsitze umfunktioniert werden. Dadurch würde der bisher öffentliche Charakter dieses beliebten Erholungsraums verloren gehen, und der „Neubau privaten Charakter bekommen“, wie Rainer Noldin, Präsident der Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs Landesverband Tirol, festhält. In die gleiche Kerbe schlägt Carola Wartusch, kaufmännische Landesgeschäftsführerin der Naturfreunde Tirol: „Durch das geplante Hotelprojekt mit Wellness-Schwerpunkt soll eine völlig andere Zielgruppe angesprochen werden: Ruhesuchende, die sich in so genannte ‚Refugia’ zurückziehen, Seminargäste, die sich von der Abgeschiedenheit inspirieren lassen. Diese Gäste werden sich durch schreiende Kinder und bellende Hunde mit Sicherheit gestört fühlen – Unstimmigkeiten und Konflikte sind so vorprogrammiert.“

Die Teilnehmer der Pressekonferenz fordern einmal mehr die Planung eines architektonisch stilvollen und zurückhaltenden, einfachen Gasthauses und die Einrichtung eines „Beirats für Landschaft und Baukultur“, um gerade bei landschaftlich sensiblen Baufragen architektonische Qualität zu gewährleisten.

Weitere Infos unter www.obernbergersee-in-gefahr.at

Statements:
Architekt Dipl.Ing. Thomas Moser
Vorsitzender der Sektion Architekten der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg

Fakt ist, raumordnungsrechtlich ist das Fehlen architektonischer Qualität kein Tatbestand. In manchen Siedlungsbereichen schützen die Organe nach dem Stadt- und Ortsbildschutzgesetz (SOG), zahlreiche Kommunen in Österreich haben Gestaltungsbeiräte.

Der ländliche Landschaftsraum hat bei uns in Tirol gegenüber Bausünden keinen qualifizierten Schutz.

In Südtirol gibt es den ”Landesbeirat für Baukultur und Landschaft”, ein Expertengremium, das in sensiblen Fällen bei Bauvorhaben im ländlichen Raum angemessene Qualität fordert. Am Ufer des Obernberger Sees wäre ein solcher Beirat mit Sicherheit tätig geworden und hätte eine hohe, beruhigende Hürde dargestellt, eine, die dem Landschaftsschutzgebiet und dem hier charakteristischen Erholungswert gerecht wird.

Architekt Dipl.Ing. Rainer Noldin
Präsident der Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs Landesverband Tirol
Der Wert des Obernberger Sees und seiner Umgebung hat derzeit öffentlichen Charakter, das Gasthaus dient der Allgemeinheit als klassische Berghütte mit Unterkunft und Verpflegung. Durch den Neubau würde dies verloren gehen. Die Forderung der ZV Tirol ist somit: Kein Neubau mit privatem Charakter. Alternativen dafür finden sich weitab vom See im Dorf Obernberg.
Architekt Dipl. Ing. Peter Lorenz
peter lorenz ateliers
  • Die Architekten haben ihren Anteil an gesellschaftlicher Mitverantwortung für das aufzeigen von schweren Bausünden
  • dieser Neubau keinesfalls im öffentlichen Interesse liegt. web-kommentare: Vermutung von der Umwandlung in Zweitwohnsitze
  • eine derartige privatwirtschaftliche Nutzung eines der schönsten Landschaften Europas ist gesellschaftlich nicht akzeptabel
  • dieses Projekt entspricht einer irreversiblen „disneyfizierung“ von landschaftlichem Kapital und ist eine Verhöhnung alter und neuer Baukultur in Tirol
  • wir schlagen nachhaltige und attraktive Alternativen für das Obernbergtal vor
Dipl. Ing. Paul Burgstaller
bad architects group
Tourismus ist einer der treibenden Kräfte für den Denkmalschutz im urbanen Kontext mit dem Argument, dass Touristen wegen diesen erhaltenswürdigen Strukturen nach Tirol kommen. Im Kontext Obernberger See, im Kontext von Landschaft wird Tourismus ironischerweise nun ebenfalls als Argument benutzt. Wir sollten aber Strukturen im Kontext von Landschaft mit der gleichen Sorgfalt diskutieren wie in einem urbanen Kontext. Ein Beirat für Baukultur und Landschaft ist daher dringend notwenig.
Mag. Carola Wartusch
kfm. Landesgeschäftsführerin Naturfreunde Tirol
Besonders für Familien, aber auch für Gäste ist dieser See auf Grund seiner Schönheit und seiner leichten Erreichbarkeit ein überaus begehrtes Ausflugsziel. Auch im Winter lädt das Gebiet zum Schneeschuhwandern und Skitourengehen ein. Durch das geplante Hotelprojekt mit Wellness-Schwerpunkt soll jedoch eine völlig andere Zielgruppe angesprochen werden: Ruhesuchende, die sich in so genannte ‚Refugia’ zurückziehen, Seminargäste, die sich von der Abgeschiedenheit inspirieren lassen. Diese Gäste werden sich durch schreiende Kinder und bellende Hunde mit Sicherheit gestört fühlen – Unstimmigkeiten und Konflikte sind so vorprogrammiert. An diesem Platz ist für uns nur ein neues Berggasthaus denkbar, welches mit heimischen Schmankerln und authentischer Gemütlichkeit bei seinen Gästen punktet. Wie man am Beispiel Berglsteiner See sieht, kann ein solches Konzept stimmig und erfolgreich funktionieren.
Ende APA-PRESSEMELDUNG
Das Juwel Obernbergersee ist in Gefahr.
Im Landschaftsschutzgebiet Nösslachjoch-Obernberger See-Tribulaune droht mit dem Neubau eines Hotels in unmittelbarer Ufernähe des Obernberger Sees eine kapitale Bausünde.
Der See ist ein traditionelles Ausflugsziel im Bereich der Landeshauptstadt. Gerade weil er so schwach erschlossen ist, war und ist er für Generationen von Tiroler Familien mit Kindern das erste selbstergangene Bergziel. Mit dem See und seiner romantischen Atmosphäre ließ sich auch die Generation der couch potatoes ab ca. 4 Jahren in die Höhe locken.

"Naturrefugia Obernberger See"- Echo 07-08/2010 Seite79 (Montage Verkleinerung: Thomas Moser)

Die Landschaft muss vor dem vorliegenden Projekt „ Naturrefugia Obernberger See“ geschützt werden. Mehr als ein Gastbetrieb ist in Ufernähe nicht vorstellbar. Eine Hotelanlage müßte jedenfalls ausreichenden Abstand zum See haben, da ansonsten “der See für Alle” ein “See für Hotelgäste” wird – der See in seinem Charakter privatisiert wird.

Wir laden Sie sehr herzlich ein einen Kommentar zu hinterlassen und zusätzlich sich in der Unterschriftenliste für den Erhalt des Naturjuwels einzutragen.

Vielen Dank für die Unterstützung!

Architekt Rainer Köberl
peter lorenz ateliers
Architekt Thomas Moser
Architekt Rainer Noldin
bad architects group

Die Betreiber der Homepage
www.Obernbergersee-in-Gefahr.at

info[at]obernbergersee-in-gefahr.at

WAS GIBT ES NEUES:

10.04.2011
folgende brisante Information ist in den letzten Tagen an uns herangetragen worden:

  • der Gemeinderat Obernberg hat sich – nach einer neuerlichen Vorstellung des Betreibers – neuerlich einstimmig für das Projekt REFUGIA entschieden!
  • die Bauverhandlung wird in den nächsten Wochen erwartet!
  • der Widerstand wird als “eingeschlafen” angesehen – tatsächlich hat die Verschiebung der Bauverhandlung bei den meisten den Eindruck erweckt, daß das “Projekt nicht mehr aktuell” ist – das Gegenteil ist leider der Fall
  • für einen Erfolg des Widerstandes wird es notwendig sein durch weiteres Sammeln von Unterschriften, Argumenten, Einträgen in den Kommentaren, Ideen, Lösungsvorschläge …zu unterstützen. Ein Erfolg ist aber erst gegeben, wenn es zur endgültigen Absage des laufenden Projektes kommt. Da ein neuer Termin für die Bauverhandlung nun kurz bevor steht, bittet das Personenkomitee nun erneut um das Engagement aller!
  • Widerstand gegen das Projekt alleine erscheint uns aber noch nicht ausreichend: wir sind dabei, Vorschläge zu sammeln für das thema “Zukunft Obernbergtal”.

20.10.2010
Prototyp
so sieht sie aus, die nobelunterkunft, für den slow food gast. gesehen 19.10.2010.

Prototyp Tankelement 20.10.2010

29.09.2010
Bauverhandlung  (abgesagt)
ein neuer Termin steht noch nicht fest

28.09.2010
ORF TIROL: Bauverhandlung abgesagt
http://tirol.orf.at/stories/472893/

27.09.2010
aut.architektur und tirol
Sektion Architekten der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg
Zentralvereinigung der ArchitektInnen Tirols
Personenkomitee der Initiative obernbergersee-in-gefahr (
www.obernbergersee-in-gefahr.at)
laden ein zu:
Pressekonferenz
am 27. September 2010, 10.00 Uhr
im  aut.architektur und tirol
Adambrau, Lois Welzenbacher Platz 1, Innsbruck

01.09.2010
Unterschriftenlisten zum Auflegen:
Sie können hier eine leere Unterschriftenliste herunterladen und auflegen.
17.08.2010
aktuelle Projekt-Broschüre
Auszüge aus der aktuellen Projekt Broschüre (Version Juli 2010, zur Verfügung gestellt von Gerhard Stocker – Bauherr).

"Die Natur als Gastgeber" Auszug Broschüre, Natur Refugia Obernbergersee GmbH & CO KG

"Summery" Auszug Broschüre, Natur Refugia Obernbergersee GmbH & CO KG

"Ansicht" Auszug Broschüre, Natur Refugia Obernbergersee GmbH & CO KG

"Baukonzept" Auszug Broschüre, Natur Refugia Obernbergersee GmbH & CO KG

"Qualität" Auszug Broschüre, Natur Refugia Obernbergersee GmbH & CO KG

16.08.2010
Schreiben von Landesrat Christian Switak
an die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg

Betreff: Hotelneubau am Obernberger See
Datum: 11.08.2010

“Sehr geehrter Herr Vorsitzender der Sektion Architekten,
sehr geehrte Damen und Herren!

Ich bedanke mich herzlich für den Erhalt Ihres Schreibens, indem Sie schwere Bedenken gegen die geplante Errichtung eines Hotelos am Obernberger See erheben.

Zu diesem Sachverhalt darf ich Ihnen nach Befassung der dafür rechtlich und fachlich zuständigen Abteilungen des Amtes der Tiroler Landesregierung mitteilen, dass bereits nach dem rechtsgültigen örtlichen Raumordnungskonzept und dem Flächenwidmungsplan der Gemeinde Obernberg aBr jederzeit aus bau- und raumordnungsrechtlicher Sicht der Abbruch des bestehenden Gebäudes sowie die Neuerrichtung eines Gasthofes möglich wäre.

Gemeinsam mit dem Projektwerber wurde in mehrmonatigen Verhandlungen und Besprechungen eine Adaptierung des Projektes vorgenommen, welches nunmehr sowohl den raumordnungrechtlichen als auch den naturschutzrechtlichen Vorgaben entspricht. In intensiver Zusammenarbeit mit den betroffenen Fachdiensstellen des Amtes der Tiroler Landesregierung und der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck konnte somit ein Konsens erreicht werden, der allen erhobenen Bedenken Rechnung trägt.

Durch die vorgenommenen Änderungen des örtlichen Raumordnungskonzeptes und des Flächenwidmungsplanes der Gemeinde Obernberg am Brenner sowie der gleichzeitigen Erlassung eines allgemeinen und ergänzenden Bebauungsplanes wurde sichergestellt, dass das Projekt genau in der nunmehr vorliegenden Form ausgeführt werden muss.

Ergänzend darf ich Ihnen mitteilen, dass auch eine Überprüfung des Standorts in Hinblick aud die Sicherheit von Naturgefahren ergeben hat, dass die Verwirklichung des gegenständlichen Projektes zulässig ist.

Abschließend wird noch darauf hingewiesen, dass das in der Zeitschrift „ECHO“ beschriebene Projekt bereits überholt ist und somit nicht mehr Gegenstand der Beurteilung durch die Landesregierung war.

Mit freundlichen Grüßen
Landesrat Christian Switak”

09.08.2010
Kommentar

Auf den Punkt bringt es Architekt Jörg Streli

„Der Anschlag auf das Naturjuwel Obernberger See muss verhindert werden. Das ganze Hochtal:See,Ufer,umliegende Almen und Berge sind ein einmalig schöner -leicht erreichbarer Teil unseres Landes ,wie es nur wenige noch gibt. All zu viel ist schon zerstört worden. Ein einfaches zeitgemäßes Berggasthaus sollte dabei durchaus seinen Platz finden. Schöne Beispiele gibt es dafür genug im Alpenraum (Südtirol ,Vorarlberg.Bregenzer Wald,Schweiz, Graubünden etc.)”

Verhinderungen und Lösungsvorschläge

  • ARCHITEKTEN Architektinnen und Architekten sind schon von Berufs wegen lieber Teil der Lösung als Verhinderer von Projekten
  • FÖRDERUNG Dass die Mixtur von Ballermannturm, Bauunkultur, Hobbitland und slowfood-Gast ausgerechnet im Landschaftsschutzgebiet gefördert mit Steuermitteln gebaut werden soll, ist nicht nur uns zu viel – wie schon die vielen spontanen Unterstützungen beweisen.
  • QUALITÄT Bitter schmeckt es, wenn das öffentliche Bekenntnis zur Baukultur jährlich als „Preis für neues Bauen in Tirol“ zwar gefeiert aber dann im konkreten Fall nicht gelebt wird. Nicht nur bei den Bergschuhen, dem Essen und den Fußballspielern ist Qualität von entscheidender Bedeutung, sondern auch beim Bauen. Ganz besonders wenn man ein sensibles , angemessenes Alleinstellungsmerkmal sucht.
  • IDEE Ein neues, schlichtes Ausflugsgasthaus mit höchstem architektonischen und ökologischem Anspruch – mit einigen Betten, ist die angemessene, banale und erfolgversprechende Lösung.
  • WETTBEWERB Eine Qualitätshürde in Form einer Fachleutejury , wie sie ein „Beirat für Baukultur und Landschaft“ – nach Südtiroler Muster darstellt oder ein jurierter Wettbewerb der Ideen und Architekturen vertragen sich prima mit dem Schutz von Landschaft und Naturjuwel. Das sollte im ganzen Land Schule machen.

Architekt Thomas Moser / Architekt Peter Lorenz

08.08.2010
BERICHT ÜBER DAS GESPRÄCH MIT DEN BETREIBERN AM 6. AUGUST 2010

Gerhard Stocker (Bauherr), Bürgermeister Grünerbl (Gemeinde Obernberg) und Ing. Hansjörg Krissmer (Planer) informierten uns, die Architekten Rainer Köberl und Thomas Moser am 6. August -in den Räumen der Kammer für Architekten und Ingenieurkonsulenten- detailliert über ihre Absichten und ihr

Konzept
Den Obernberger See erlebte Gerhard Stocker früher als einen Ort der Kraft. Heute steht er vor einem nicht mehr wirtschaftlich sanierbarem Gasthaus mit nahem Ablaufdatum. Eine touristische Insellösung brauche etwas ganz besonderes. Krissmer „Die Natur ist der Star und nature-watching wird immer beliebter.“ Das Hotelprojekt soll den Spagat schaffen zwischen slow-food für die Hotelgäste und Ansturm auf 300 Mittagessen. Das drücke sich durch den 3 geschossigen Glasturm im Kontrast zu den horizontal verstreuten Refugia aus. Die Unterkünfte in den eingegrabenen Refugia brauchen Platz, sind sie doch aus Vorarbeiten für 5 Sterne- Campingplätze hervorgegangen und werden ausschließlich- auch im Winter- übers Freie erschlossen. Auch in der jetzt eingereichten reduzierten Form hat das Projekt eine Länge von 115 Metern. Die Anzahl der Belieferungsfahrten für das Hotel wird behördlich vorgeschrieben und für Gehbehinderte soll es Elektroautos geben. Eine Tiefgarage ist lediglich für 3-5 Fahrzeuge geplant.

Finanzierung
Ganz besonders soll auch die Finanzierung aufgestellt werden. Neben ca. 1 Mio. € an Eigenmitteln sollen über eine Publikumsgesellschaft mit maximal 80 Teilnehmern und Einlagen zwischen 10.000 und 50.000 € ca. 2 Mio. € finanziert werden. Laut Stocker gibt es für das Projekt „tolle Förderungen“, die etwa 1 Mio. € bringen sollen. 1 Mio. fehlt noch auf das Gesamtvolumen von 5 Mio. €.

Gemeinde Obernberg
Für die Gemeinde ist jedenfalls der See ohne Gastbetrieb die schlechteste Lösung. Eigentümer des Gasthauses und des ca. 3500 m² großen, entsprechend gewidmeten Grundstückes ist die Familie Stocker.

Bericht Thomas Moser


27. September 2010:
10. April 2011: